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Führerschein-Reform: Fahrausbildung in Deutschland soll günstiger werden

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Bundesverkehrsminister Schnieder will den Führerschein in Deutschland deutlich günstiger machen. Doch gegen seine Pläne regt sich Widerstand. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder findet klare Worte: Der Erwerb des Führerscheins sei in Deutschland "einfach zu teuer". Laut Ministerium kostet dieser im Schnitt 3.400 Euro. Für Jugendliche oder Berufseinsteiger sei das ein "ziemlicher Batzen Geld", für "manche unbezahlbar", mahnt der CDU-Politiker. Seit einigen Monaten arbeitet er bereits an einer Reform der Fahrschulausbildung. Nun hat der Minister am Mittwoch in Berlin einen weiterentwickelten Plan vorgestellt, mit dem die Kosten für die Ausbildung sinken sollen. Über Jahrzehnte sei "ein hochkomplexes Regelungsgebilde" aufgebaut worden, kritisierte Schnieder. Bürokratische Vorgaben gingen über das hinaus, was rechtlich notwendig sei. Er gibt die Marschrichtung vor: mehr Flexibilität, mehr Digitalisierung, weniger Bürokratie – bei gleichbleibender Sicherheit. Das sei und bleibe die "rote Linie". Doch ob alle Vorschläge tatsächlich umgesetzt werden und wie viel günstiger es wirklich wird, ist offen. Und die Fahrschulen in Deutschland sind von den Plänen nicht angetan. Was der Verkehrsministerminister im Sinn hat – ein Überblick über einige Vorschläge: Unterricht: Künftig soll das theoretische Wissen in allen Klassen auch vollständig online und im Selbststudium erworben werden können, ohne dass der Lernumfang reduziert wird. Aktuell ist der Theorieunterricht ein verpflichtender Präsenzunterricht in der Fahrschule mit festgelegtem Stundenumfang. Theoretische Prüfung: Der Fragenkatalog soll erheblich reduziert werden. Für den Erwerb des Führerscheins der Klasse B sind aktuell 1.169 mögliche Fragen vorgesehen. Künftig sollen es nur noch rund 840 sein. Sonderfahrten: Die verpflichtenden Sonderfahrten – also Überland, Autobahn und Dunkelfahrt – sollen deutlich reduziert werden. Simulatoren: Simulatoren sollen als Option bei allen Fahrerlaubnisklassen rechtlich verankert werden. Eine Pflicht, diese zu nutzen, soll es aber nicht geben. Fahrprüfung: Die Dauer der Fahrprüfung soll reduziert werden. So sollen auch mehr Prüfungen pro Tag ermöglicht werden. Laienausbildung: Aktuell erfolgt die praktische Ausbildung ausschließlich in Fahrschulen durch Fahrlehrer. Nun soll es möglich sein, dass ein Teil der Ausbildung mit maximal zwei nahestehenden Personen erfolgt. Dabei können 1.000 Kilometer Übungsfahrten mit klar definierten Voraussetzungen sowie Dokumentations- und Kontrollschritten zum Beispiel in Begleitung der Eltern absolviert werden. Nach Abschluss folgen weitere Pflichtstunden in der Fahrschule sowie eine reguläre Prüfung. Preistransparenz: Preise sollen vierteljährlich digital an das Ministerium gemeldet und dort für Vergleichsportale abrufbar gemacht werden. Zusätzlich sollen statistische Erfolgsquoten der praktischen Prüfungen veröffentlicht werden. Fahrschulen müssen aktuell ihre Preise in ihren Räumen aushängen. Schnieder hatte bereits im vergangenen Oktober erste Vorschläge präsentiert. Nach einer Arbeitsgruppe mit den Ländern legte das Ministerium nun einen detaillierten Katalog mit Änderungen bei der Fahrausbildung vor. Ziel des Ministers ist es, die vorgelegten Eckpunkte bis zur Verkehrsministerkonferenz im Frühjahr zu finalisieren und anschließend ins Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Wie lange eine Umsetzung der Pläne dauert, ist aber unklar. Schnieder betonte, man befinde sich in einem "demokratischen Verfahren". Der Minister wollte sich auch nicht darauf festlegen, wie viel Geld Fahrschüler künftig sparen könnten. Er könne da "kein Preisschild" dranmachen, so Schnieder. "Wenn es deutlich günstiger wird, ist uns das allen recht", sagte er. Einige Regelungen rund um den Führerscheinerwerb seien "bürokratischer Irrsinn". Fahrlehrer: Pläne sind ein "Schlag ins Gesicht" Fahrlehrerverbände stemmen sich gegen die Pläne. Seit Schnieder angekündigt hat, den Führerschein günstiger machen zu wollen, berichten sie von einem deutlichen Rückgang der Anmeldungen in vielen Fahrschulen. Viele Interessenten warten demnach ab, bis die Kosten tatsächlich sinken. Bereits in der Vergangenheit rief Schnieder Anwärter jedoch dazu auf, mit dem Führerschein nicht auf die Umsetzung seiner Pläne zu warten. Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände stemmt sich gegen die Pläne. Diese seien ein "Schlag ins Gesicht derer, die sich in den vergangenen Jahren für die Verkehrssicherheit" eingesetzt hätten, hieß es bereits im Herbst. "Es geht nur noch um die Bezahlbarkeit des Führerscheins." Die Aussage von Herrn Schnieder, dass die Verkehrssicherheit dennoch oberstes Gebot bleiben solle, müsse infrage gestellt werden, hieß es. So sei es gefährlich, dass ein Teil der Ausbildung auf Laien wie Eltern übertragen werden solle. Auch das Reduzieren von Sonderfahrten sei keine gute Idee, weil sie wichtiger Bestandteil der Ausbildung seien. Die Vorschläge Schnieders seien "populistisch". Auch der TÜV-Verband wertet Vorschläge kritisch, die auf eine generelle Absenkung der Anforderungen in der Vorbereitung von Fahranfängern abzielen – etwa bei Fahrzeit, Prüfungsdauer oder Umfang des Fragenkatalogs. "Eine 'Fahrprüfung light' darf es nicht geben. Dann machen wir Erfolge bei der Verkehrssicherheit der letzten Jahrzehnte zunichte", warnte der TÜV am Dienstag. Zahl der Fahrprüfungen erreicht Allzeithoch Die Kosten für den Besuch einer Fahrschule und das Ablegen der Führerscheinprüfung sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts in den vergangenen Jahren tatsächlich überdurchschnittlich stark gestiegen. Trotz des Preisanstiegs hat die Zahl der Fahrprüfungen in Deutschland 2025 laut TÜV-Verband aber ein neues Allzeithoch erreicht. Die Zahl der Theorieprüfungen stieg um 1,6 Prozent auf 2,04 Millionen, die Zahl der Praxisprüfungen um 4,9 Prozent auf rund 1,89 Millionen. Der mit Abstand am häufigsten erworbene Führerschein ist dem TÜV zufolge der Pkw-Führerschein. Auf dem Weg zum Pkw-Führerschein gab es im vergangenen Jahr in Deutschland erneut hohe Durchfallquoten. 44 Prozent der Fahrschülerinnen und Fahrschüler scheiterten bei der Theorieprüfung und 37 Prozent bei der praktischen Prüfung. Die seit Jahren immer neuen Rekordzahlen bei den Prüfungen seien vor allem durch die Wiederholungsprüfungen geprägt, so der TÜV. Schnieder gibt sich überzeugt, dass seine Pläne die Sicherheit auf den Straßen nicht gefährden und Kosten senken werden. Er verweist auf Nachbarländer wie Belgien oder Luxemburg . Dort sei der Erwerb des Führerscheins in der Regel weniger aufwendig und günstiger als in Deutschland. Tatsächlich gibt es dort teils flexiblere Systeme als hierzulande. Er bewege sich in diesen Ländern sicher auf den Straßen, betonte der CDU-Politiker. Die Linke hingegen kritisiert, dass Schnieders Vorschläge nicht weit genug gingen. Die Co-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner schlägt zum Beispiel vor, die theoretische Fahrausbildung als reguläres Angebot an Schulen zu etablieren. Dort sollen ausgebildete Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer den Theorieunterricht direkt vor Ort übernehmen. "So verbessern wir die Bezahlbarkeit des Führerscheins spürbar und sofort", betont Schwerdtner. Ein gerechter Zugang zum Führerschein sei eine Frage der Chancengleichheit.














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