Olympia 2026: Biathletin darf trotz positivem Dopingtest starten
Eine positive Dopingprobe erschüttert Italiens Biathlon-Team kurz vor Olympia. Rebecca Passler war aber mit einem Einspruch erfolgreich. Darum darf sie bei den Winterspielen nun starten. Die italienische Biathletin Rebecca Passler darf nach ihrer vorläufigen Suspendierung wegen eines positiven Dopingbefunds nun doch bei den Olympischen Winterspielen in ihrer Heimat starten. Das entschied das Berufungsgericht von Italiens nationale Anti-Doping-Behörde Nado. Zuvor war der Fall von der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshof Cas in Mailand dorthin verwiesen worden. Passler war gegen ihren Olympia-Ausschluss mit einem entsprechenden Antrag vorgegangen und hatte damit Erfolg. 116 Entscheidungen: Der Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele 2026 Die 24-Jährige hatte gefordert, die Sperre wegen fehlender Absicht aufzuheben und ihr eine Olympia-Teilnahme in Antholz zu ermöglichen. Sie war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Januar laut Italiens Anti-Doping-Behörde positiv auf Letrozol getestet worden. Das Medikament ist seit 2008 verboten und senkt den Östrogenspiegel, der zum Beispiel durch Anabolika erhöht wird. Es wird hauptsächlich zur Krebsbehandlung eingesetzt. Passler argumentierte, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, sie treffe keine Schuld. Das konnte sie in dem Eilverfahren glaubhaft nachweisen. Dopingfall erschütterte Italiens Team Nun könnte die Sportlerin bereits am Samstag (ab 14.45 Uhr im t-online-Liveticker) im Sprint in ihrer Heimat antreten – doch sie wird das nicht machen. Italiens Verband teilte mit, dass sie ab Montag wieder mit ihren Teamkolleginnen trainieren wird. Auf jeden Fall wäre sie eine Kandidatin für die Frauen-Staffel am kommenden Mittwoch. Dort will Italien um die Stars Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi nach einer Medaille greifen. "Es waren sehr schwierige Tage", sagte Passler und fügte hinzu: "Jetzt kann ich mich endlich wieder voll und ganz auf Biathlon konzentrieren." Passlers Dopingfall hatte das italienische Biathlon-Team vier Tage vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele erschüttert. Sie gehörte ursprünglich zu Italiens fünfköpfigem Frauenteam, wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls aber zunächst wieder gestrichen. Der italienische Wintersportverband Fisi war von Anfang an von Passlers Unschuld überzeugt und hat sie dabei unterstützt, gegen die Sperre vorzugehen. Passler startet seit Ende 2021 im Weltcup. Im Januar war sie bei den Wettkämpfen im thüringischen Oberhof Startläuferin der italienischen Frauen-Staffel. Ihre besten Karriereresultate sind zwei elfte Plätze im Sprint von Oberhof und im Massenstart von Annecy. In die Top Ten hat es die ehemalige Junioren-Weltmeisterin mit der Staffel in einem Einzelrennen bislang noch nicht geschafft. In der Vergangenheit hatte es in Italien schon einen Dopingfall mit Letrozol gegeben. Auch bei der früheren French-Open-Finalistin Sara Errani war im Jahr 2017 das Mittel nachgewiesen worden. Bereits seit 2008 ist der Wirkstoff im Leistungssport nicht mehr erlaubt und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Tennisspielerin Errani hatte damals bestritten, die Substanz eingenommen zu haben und vermutete eine Nahrungsmittelverunreinigung.