Lange sah es so aus, als hätte Deutschland die Chance auf eine Medaille in der Staffel, ging am Ende aber leer aus. Dabei gab es prominente Unterstützung. Aus Antholz berichtet Benjamin Zurmühl Wenn Ole Einar Bjørndalen beim Biathlon unterwegs ist, zieht der achtfache Olympiasieger viele Blicke auf sich. Am Dienstag aber war es der Mann neben ihm, der die volle Aufmerksamkeit bekam. Jürgen Klopp war in Antholz bei der Biathlon-Staffel der Herren zu Besuch und bekam von Bjørndalen die Anlage gezeigt. Der 58-Jährige war auf Einladung von Daniel Böhm gefolgt. Am Vorabend war Klopp zu Besuch im deutschen Haus, wo er auch auf Boris Becker traf und mit Böhm ins Gespräch kam. Der deutsche Biathlon-Olympiasieger von 2014, der heute beim Biathlon-Weltverband IBU arbeitet, lud Klopp nach Antholz ein. "Das war unsere größte Chance" Eine deutsche Medaille bekam Klopp aber nicht zu sehen. Das DSV-Quartett aus Justus Strelow , David Zobel, Philipp Nawrath und Philipp Horn lief auf Rang vier ins Ziel. Gold, Silber und Bronze gingen an Frankreich, Norwegen und Schweden. Ein enttäuschendes Ergebnis für die DSV-Herren, die sich in der Staffel gute Medaillenchancen ausgerechnet hatten. Am Schießstand leisteten sie sich aber zu viele Fehler. Zwölfmal schossen die Deutschen daneben, Schweden und Norwegen verfehlten nur sechsmal das Ziel. Andere Reihenfolge : Deutschland verändert etwas in der Damen-Staffel "Der Athleten einfach nicht würdig" : Deutsches Ski-Ass äußert harte Olympia-Kritik Enttäuschung in Cortina d'Ampezzo : Deutsches Team vor dem Olympia-Aus Auf der Loipe ist die deutsche Staffel in Antholz aber nicht stark genug, um das auszugleichen. ARD-Experte Arnd Peiffer monierte: "Wir haben keinen Läufer, der mal ein Zehn-Sekunden-Loch zulaufen kann." Und so kam Philipp Horn mit 50 Sekunden Rückstand auf eine Medaille ins Ziel. "Ich habe hier vor zwei Tagen eine kleine Kampfansage gemacht und jetzt stehe ich hier enttäuscht. Das war unsere größte Chance", sagte Horn nach dem Rennen in der Mixed Zone. "Die Enttäuschung ist sehr groß." Zuvor hatte bereits ein niedergeschlagener Philipp Nawrath erklärt: "Es ist einfach schade, dass es wieder so gelaufen ist, wie die meisten Staffeln in diesem Jahr gelaufen sind. Wir waren schon in der Verfassung, ein Wörtchen mitzureden. Allerdings muss man sich unsere Nachlader anschauen und sagen, dass zu viele passiert sind." Fotos mit Klopp machten andere Und so waren es nicht die deutschen Biathleten, die von Jürgen Klopp zu einer Medaille beglückwünscht wurden. Es waren unter anderem die Silber-Gewinner Vetle Sjåstad Christiansen und Johan-Olav Botn, die mit ihm Fotos machten, ein paar Worte austauschten und lachten. Das deutsche Quartett war dafür nicht in der Stimmung. Nach acht Wettkämpfen steht der DSV weiterhin bei einer Medaille im Biathlon. Eine Bilanz, mit der das Team und auch die sportliche Leitung nicht zufrieden sein wird. Drei Chancen gibt es noch, um immerhin das Ergebnis der Spiele in Peking (zwei Medaillen) von vor vier Jahren zu erreichen. Die nächste Möglichkeit bietet sich am Mittwoch, wenn die Damen-Staffel an den Start geht. Dann wird auch wieder Jürgen Klopp dabei sein. Womöglich hat er dann etwas mehr Glück.