Tarife: S-Bahnen, Busse, Züge - so kommt man trotz Warnstreiks voran
U-Bahnen und Straßenbahnen stehen wegen eines weiteren Nahverkehr-Warnstreiks in Frankfurt still – welche Alternativen Pendler nutzen können und worauf sie achten sollten.
Wer im Tagesverlauf als Pendler in Frankfurt unterwegs sein will, sollte sich eine Alternative für Straßen- und U-Bahnen suchen: Die Gewerkschaft Verdi hat zu weiteren Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Betroffen von dem mittlerweile dritten Warnstreiktag im Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe ist vor allem Hessens größte Stadt.
Ausweichen auf Busse, S-Bahnen und Züge
Schon vorab hatte die städtische Verkehrsgesellschaft VGF darauf hingewiesen, dass alle neun U-Bahn-Linien und die zehn Straßenbahn-Linien still stehen dürften - und auch die Alternativen genannt. Auf folgende Verkehrsmittel können die Fahrgäste ausweichen - sie sollen trotz des Warnstreiks unterwegs sein:
die S-Bahnendie Regionalzügedie städtischen Busseder Schienenersatzverkehr für die U2die regionalen Busse und Express-Busse
Im Busverkehr sei dabei mit einer spürbar höheren Nachfrage zu rechnen, deshalb sollten sich Pendler auf mögliche Verspätungen einstellen.
Aktuelle Informationen vor Fahrtantritt empfohlen
Den Fahrgästen empfahl die Nahverkehrsgesellschaft, möglichst kurz vor Fahrtantritt noch einmal aktuelle Informationen einzuholen. Diese seien über die Radiosender, am RMV-Servicetelefon, im Internet unter www.rmv-frankfurt.de sowie in den sozialen Medien.
Für einen besseren Überblick können die Fahrgäste sich in der Fahrplanauskunft der App RMVgo sowie auf rmv.de die U-Bahn- und Straßenbahnverbindungen ausblenden lassen. Dadurch werden nur die alternativen S-Bahnen, Regionalzüge und Busse angezeigt, die tatsächlich verkehren. Unter "Routenoptionen" wählt man dafür "Öffentliche Verkehrsmittel" und sollte dort die Häkchen bei "U-Bahn" und bei "Straßenbahn" entfernen, hieß es.
Geringere Einschränkungen in Gießen und Marburg erwartet
Warnstreikaufrufe ergingen auch an die städtischen Verkehrsbetriebe in Gießen und Marburg - allerdings dürften die Fahrgäste der Busse davon wenig zu spüren bekommen, wie es bei den Stadtwerken in den beiden mittelhessischen Städten heißt. So teilten die Stadtwerke Gießen mit, dass die Busfahrerinnen und Busfahrer der Nahverkehrstochter Mit.Bus nicht zum Streik aufgerufen seien, daher rechne man nicht mit Auswirkungen auf den Linienbetrieb.
Auch die Stadtwerke Marburg teilten mit, man plane mit einem regulären Linienverkehr der Stadtbusse. "Davon unabhängig kann es jedoch möglicherweise aufgrund der für Donnerstag gemeldeten Wetterbedingungen mit Schnee und Eis zu Einschränkungen und Ausfällen im Stadtbusverkehr kommen", so die Stadtwerke.
Bei Umstieg aufs Auto Glättegefahr beachten
Tatsächlich macht ein Blick aufs Wetter bei der eigenen Routenplanung Sinn - In der Nacht zum Donnerstag ist Schneefall in Hessen zu erwarten, der von Südwesten her in Regen übergehen soll. Auch für den Tagesverlauf hat der Deutsche Wetterdienst Schneeregen und Schnee angekündigt. Wer also aufs Auto umsteigen möchte, sollte die Glättegefahr auf den Straßen beachten.
Die aktuellen Warnstreiks resultieren laut Verdi aus einem "Eklat" kurz vor Ende der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr. Dabei hätten die Arbeitgeber überraschend zwei neue Themen auf den Tisch gebracht, die nach Verdi-Angaben Kürzungen für die Beschäftigten bedeuten. Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi gleichzeitig in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag.
