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Gesundheit: Neun von zehn KKH-Versicherten gehen jährlich zum Arzt

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Mehr als jeder dritte KKH-Versicherte geht als "Vielgeher" mindestens elfmal pro Jahr zum Arzt. Männer zwischen 20 und 49 Jahren bleiben den Praxen hingegen besonders oft fern. Was steckt dahinter?

Die große Mehrheit der Versicherten sucht einer Auswertung zufolge mindestens einmal im Jahr eine Arztpraxis auf. Nach Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hatten im Jahr 2024 etwa neun von zehn KKH-Versicherten Kontakt zu einer ambulanten Praxis. Die KKH zählt bundesweit rund 1,5 Millionen Versicherte.

Jeder Zehnte war kein einziges Mal beim Arzt

Knapp jeder Zehnte sei in dem Jahr hingegen kein einziges Mal bei einer Ärztin oder einem Arzt gewesen, teilte die Krankenkasse mit. Im Durchschnitt suchte jeder Versicherte 2024 neunmal eine Praxis auf. Als sogenannte Vielgeher mit mindestens elf Arztkontakten jährlich wertet die Kasse rund 37 Prozent der Versicherten – deutlich mehr als noch zehn Jahre zuvor mit knapp 29 Prozent.

Nach Angaben der KKH sind es vor allem Männer zwischen 20 und 49 Jahren, die seltener eine Praxis aufsuchen. In dieser Gruppe sei mehr als jeder Fünfte im Jahr 2024 kein einziges Mal beim Arzt gewesen.

Männer bis 39 Jahre seltener beim Arzt als Frauen gleichen Alters 

Im Durchschnitt suchte jeder Versicherte 2024 neunmal eine Praxis auf. Mit zunehmendem Alter gleiche sich die Zahl der Kontakte an und steige auf bis zu 14 pro Jahr. Dies sei unter anderem mit einer intensiveren medizinischen Versorgung im höheren Alter zu erklären.

Neben den Routinedaten beruft sich die KKH auf eine bundesweite Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Forsa. Bei dieser wurden im Dezember des vergangenen Jahres 1.000 Menschen im Alter von 16 bis 70 Jahren befragt.

Jeder Fünfte hat sich bereits Selbstdiagnose gestellt

Demnach recherchieren 39 Prozent der 16- bis 34-Jährigen bei gesundheitlichen Fragen im Internet oder würden dies tun, um sich einen Arztbesuch zu ersparen. Fast ein Drittel dieser Altersgruppe gab an, sich nach einer Online-Recherche selbst geholfen zu haben. Jeder Fünfte hätte sich bereits eine Selbstdiagnose gestellt.

KKH-Vorstand Wolfgang Matz sprach angesichts der Ergebnisse von einem Bedarf an besserer Steuerung. Die Daten zeigten, "dass wir Versicherte künftig besser durch den Versorgungsdschungel lotsen müssen", sagte Matz.

Notwendig sei die Einführung eines Primärversorgungssystems, in dem Hausarztpraxen erste Anlaufstelle seien und die weitere Behandlung koordinierten. Dadurch ließen sich Doppeluntersuchungen vermeiden und Facharztpraxen entlasten.

Besuche beim Zahnarzt wurden nicht einbezogen

Zugleich forderte Matz "deutlich mehr Handlungsspielraum für die Krankenkassen zugunsten einer optimierten Versorgung". Anhand von Kassendaten ließen sich gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen und Versicherte gezielt ansprechen.

Für die Auswertung analysierte die KKH nach eigenen Angaben Abrechnungsdaten aus den Jahren 2014, 2019 und 2024. Berücksichtigt wurden ärztliche Beratungen und Behandlungen sowie abgeholte Rezepte oder Überweisungen und telefonische Kontakte, sofern sie abgerechnet wurden. Zahnarztbesuche seien nicht einbezogen worden.















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