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„Maischberger“-Talk: Wagenknecht über Trumps Angriff: „Unverantwortliches Verbrechen“

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Wagenknecht und Djir-Sarai liefern sich bei Maischberger einen echten Schlagabtausch über den Irankrieg – und scheitern fast an sich selbst

„Wenn Sie beide gleichzeitig sprechen, versteht man Sie nicht“, mahnt die Moderatorin Sandra Maischberger. Bijan Djir-Sarai und Sahra Wagenknecht fallen sich trotzdem andauernd gegenseitig ins Wort, lassen sich kaum ausreden. Denn: Sie diskutieren über den amerikanischen Angriff auf den Iran. 

Das ist das erste Thema, das an diesem Abend in der Talkshow besprochen wird. Erst durch ein Panel, bestehend aus der ARD-Wirtschaftsexpertin Anja Kohl, dem Bild-Vize Paul Ronzheimer und dem Chefredakteur des stern, Gregor Peter Schmitz.

Kein Grund, warum der Irankrieg gerade jetzt begann

Diese drei sollen zum Anfang der Sendung einordnen, was gerade im Iran passiert. War der Zeitpunkt des Krieges überraschend? Für Ronzheimer nicht. Schmitz sagt, es gibt keine Erklärung, warum er genau jetzt anfängt. Und Kohl verweist auf die Folgen für Deutschland und Europa: steigende Preise. Europa habe kein Interesse an einem Krieg im Nahen Osten.

Dann kommt Maischberger zu den eigentlichen Duellanten des heutigen Abends. Sowohl Wagenknecht als auch Djir-Sarai haben eine Verbindung zum Iran: Der Vater der BSW-Chefin war Iraner, der ehemalige FDP-Generalsekretär floh mit 11 Jahren aus dem Iran. 

Beide haben eine persönliche Verbindung zum Iran, beide lehnen das Mullah-Regime ab, so versichern sie es an diesem Abend im Ersten. Aber da enden dann auch die Gemeinsamkeiten. Sie werden nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, behaupten, der andere verbreite die Unwahrheit. Und landen Schläge unter der Gürtellinie.

Lässt sich Freiheit herbeibomben?

Djir-Sarai erzählt, dass er mitbekommt, dass es im Iran zurzeit zwar Angst, aber auch Hoffnung gebe – die Hoffnung, die Islamische Republik zu stürzen. Dass viele Menschen froh seien, dass sie dabei unterstützt werden. 

Wagenknecht sagt, es sei naiv, der „Lüge auf den Leim zu gehen, dass man Freiheit herbeibomben kann.“ Maischberger fragt nach: „Sie glauben, dass Herr Djir-Sarai naiv ist?“ – „Im besten Fall.“ 

Völkerrecht gegen Interventionismus: BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht und FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai streiten bei Maischberger
© Screenshot ardmediathek.de

Es sei ein „unverantwortliches Verbrechen“, das Trump begehe. Sie zählt auf, wie oft die USA und der Westen schon gescheitert sind, aus Staaten Demokratien zu machen: Afghanistan, Irak, Libyen. Die Regime dieser Staaten seien schlimm gewesen – was danach kam, aber schlimmer. Djir-Sarai widerspricht: Im Iran, da sei es anders, die Zivilgesellschaft stark. Die junge Generation sei anders. „Die wollen nicht mehr von Islamisten regiert werden, die wollen die Werte, die wir auch in Europa haben.“

Und dann stichelt er: Bei einem demokratischen Iran wären China und Russland die Verlierer, „dass einige damit ein Problem haben, liegt in der Natur der Sache.“

Klare Fronten bei Maischberger

Der FDPler und die Gründerin der Wagenknecht-Partei ziehen so gegenseitig in die offene Feldschlacht. Es ist durchaus interessant, beide Positionen so klar vertreten zu sehen: die Interventionistische und die auf das Völkerrecht appellierende. Aber beide hätten sich einen Gefallen getan, wären sie sich dabei nicht ständig ins Wort gefallen. Spricht Wagenknecht davon, dass der Iran vor dem Schah einen demokratischen Präsidenten hatte, spricht Djir-Sarai währenddessen: Nein, das sei falsch. Das mag sein oder nicht. Aber der Zuschauer kann sich schlecht eine Meinung bilden, wer recht hat, wenn er die beiden schlicht nicht versteht, weil sie durcheinander quatschen. 

Ruhiger wird es erst, als die beiden sich verabschieden und Maischberger wieder zu ihrem Panel kommt: Ronzheimer, Schmitz und Kohl haben nicht ganz so fundamentale weltanschauliche Unterschiede, sie lassen sich aber vor allem Ausreden.

Was genau ist das Ziel des Irankriegs?

Was wollen die USA – und Israel? Schmitz sagt, es wäre nicht das erste Mal, dass ein US-Präsident gelogen hat und spielt damit auf die Begründung für den Irakkrieg 2003 an. Ronzheimer spielt drei Szenarien durch: 

Donald Trump wird immer wieder an seinen Satz aus dem Januar erinnert. Damals versprach er den Demonstranten im Iran, dass Hilfe auf dem Weg sei. Die kam dann aber nicht. Zweitens würde es natürlich immer darum gehen, eine mögliche iranische Atombombe zu verhindern. Und der dritte mögliche Grund: Regime Change. Auch wenn Netanjahu, so der Bild-Mann, eher daran interessiert sei als Trump. 

Expertenrunde: Schmitz, Ronzheimer und Kohl bei Maischberger
© Screenshot ardmediathek.de

Als sich die Zeit, die sich die Sendung für den Iran-Block nimmt, zum Ende neigt, fragt Maischberger Kohl: Können Sie einen kurzen Abriss geben, was Deutschland wirtschaftlich droht, wenn der Krieg länger geht? Anja Kohl gibt einen pessimistischen Ausblick: Eine längere Blockade der Straße von Hormus hätte massive Folgen. Zwanzig Prozent des weltweiten Öls und LNG-Gases würden normalerweise da durchgehen. Dadurch werden Öl und Gas teurer und dadurch, dass beides so weit verbreitet ist, drohen in Deutschland Preissteigerungen.

Zumindest einen Hoffnungsschimmer hat sie: „Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist nicht akut gefährdet.“

Maischberger bespricht mit fünf Menschen den aktuellen Krieg im Iran und schafft es, den Konflikt einzuordnen und Erkenntnisgewinn für die Zuschauer zu bringen. Auch die Diskussionen zwischen Wagenknecht und Djir-Sarai waren scharf und spannend. Ihre Positionen so unterschiedlich, dass ihr Gespräch spannend werden musste. Es war nur eben auch hektisch und streckenweise schwer verständlich.

Dann macht Maischberger einen harten Schnitt

Nachdem der Iran abgehakt ist, kommt Maischberger zu einem anderen Thema. Mit Gisèle Pelicot spricht sie über ihr Leiden und ihren Prozess. Das ist ein mehr als harter Cut. Ein harter Cut, der sich lohnt: Denn Pelicot ist kein Anhängsel in einer langen Sendung, sie ist ein zweites Highlight am Ende. 

Maischberger fragt sie, wie sie es schafft, immer noch Lebensfreude zu spüren. Pelicot antwortet: „Ich erlaube mir heute glücklich zu sein. Ich habe ein Recht darauf.“ Die Französin schafft es am Ende eines Fernsehabends, der von der Diskussion über Krieg, Tod und Leid geprägt war, einen Hoffnungsschimmer zu setzen. 

Transparenzhinweis: Gregor Peter Schmitz ist der Chefredakteur des stern.















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