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Notfälle: 18.000 Dresdner dürfen nach Bombenentschärfung zurückkehren

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Ein defekter Zünder macht den Experten zu schaffen. Ein Spezialgerät hilft bei der Entschärfung der 250-Kilogramm-Bombe im Stadtzentrum. Um 15.10 Uhr gibt der Sprengmeister grünes Licht.

Die Weltkriegsbombe in Dresden ist entschärft. Damit ist der Sperrkreis im Stadtzentrum aufgehoben und die 18.000 Betroffenen können in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren, wie die Polizei mitteilte. 

Da der Zünder der 250 Kilogramm schweren britischen Fliegerbombe beschädigt war, setzte Sprengmeister Thomas Zowalla ein Wasserschneidgerät ein. Der Zünder wurde damit herausgeschnitten und anschließend gesprengt, um die Bombe unschädlich zu machen. Nur ein winziges Stück blieb dabei übrig.

"Dieses Teil ist eigentlich das gefährlichste an der gesamten Bombe", erklärte der Sprengmeister. Wegen der Beschädigung habe man sofort entschieden, es so schnell wie möglich völlig unschädlich zu machen.

Ungefähr zwei Stunden dauerte die Entschärfung. Um 15.10 Uhr habe der Sprengmeister dann grünes Licht gegeben, sagte Polizeisprecher Marko Laske

Keine nennenswerten Probleme

Laske zeigte sich dankbar, dass alles reibungslos verlaufen sei. "Wir bedanken uns bei allen Menschen, die das Verständnis aufgebracht haben und uns unterstützen", so Laske. Es habe keine nennenswerten Probleme gegeben bei der Evakuierung

Der Blindgänger war bei einer Kampfmittelsondierung am Neustädter Elbufer im Bereich der eingestürzten Carolabrücke gefunden worden, die zur Vorbereitung für den Neubau dient. Um die Fundstelle richtete die Polizei einen Sperrkreis mit einem Radius von 1.000 Metern ein. 

Große Teile des Stadtzentrums im Sperrkreis

18.000 Anwohner sowie Pendler und Touristen mussten den Bereich - der große Teile des Stadtzentrums umfasste - am Mittwochmorgen verlassen. Es handelte sich laut Feuerwehr um die bisher größte Evakuierung in der sächsischen Landeshauptstadt. Im Sperrkreis lagen etwa Residenzschloss, Semperoper und Frauenkirche sowie mehrere Ministerien und der Landtag. Die Polizeidirektion musste ihren Standort vorübergehend verlegen. Auch Pflegeheime und Kindertagesstätten waren betroffen. 

Eine Herausforderung stellte die Evakuierung für die Pflegeheime dar. "Das war ein ziemlicher Kraftakt die letzten drei Tage", berichtete Jeanette Scharfe, die als Pflegedienstmitarbeiterin Menschen aus dem betreuten Wohnen in die Notunterkunft begleitete und dort betreute. 200 Bewohner habe man in anderen Einrichtungen unterbringen müssen. "Die ersten Kollegen waren früh um fünf schon da und haben die Leute in andere Einrichtungen gebracht", erzählte Scharfe.

Rund 300 Menschen waren in der Notunterkunft in der Messe Dresden untergekommen. Eine von ihnen war Hannerose Katterfeld-Siebenschuh. Die ehemalige Opernsängerin lässt sich von der Evakuierung nicht unterkriegen. "Der Himmel hat mir schon ein langes Leben beschert. Ich nehm’s wie’s kommt", sagte sie. 

Die Marienbrücke, die einzige verbliebene Möglichkeit, die Elbe im Innenstadtbereich zu queren, wurde zum Nadelöhr: Es kam zu Staus im Autoverkehr. Auch sechs Straßenbahnlinien der Dresdner Verkehrsbetriebe mussten die Brücke nutzen.

Die Elbestadt war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und US-amerikanischer Bomber schwer zerstört worden. Bis heute werden bei Bauarbeiten immer wieder Blindgänger gefunden. Allein bei den Abrissarbeiten der eingestürzten Carolabrücke gab es im vergangenen Jahr bereits vier Funde. Im August waren 17.000 Betroffene für eine Entschärfung evakuiert worden.

Funde bei Kampfmittelsondierung für Neubau der Carolabrücke

Der Verdacht, dass es eine weitere Bombe im Bereich der früheren Carolabrücke gibt, bestand schon seit Februar. Ab Oktober hatten Experten eine Kampfmittelsondierung im Bereich des geplanten Brückenneubaus auf der Neustädter Seite der Elbe durchgeführt. 31 "Störstellen" wurden geortet und überprüft. Die letzten beiden verbliebenen Verdachtsstellen waren am Dienstagnachmittag für weitere Untersuchungen geöffnet worden, wobei die nun entschärfte Bombe gefunden wurde. Auf der Altstädter Seite der Elbe waren die Arbeiten bereits Ende vergangenen Jahres ohne Bombenfunde abgeschlossen worden. 

Gänzlich abgeschlossen sind die Kampfmittelsondierungen für den geplanten Brückenneubau damit allerdings noch nicht, sagte eine Sprecherin der Stadt der Deutschen Presse-Agentur. Für den Bereich des Flussbetts der Elbe stehen demnach noch Untersuchungen an, für die allerdings entsprechende Technik benötigt werde. Einen Termin für die Arbeiten gebe es bisher nicht.















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