Spitzenduell im Etihad: Stürzt Valverde City in die Krise?
Die Ausgangslage
- Wer schnappt sich das Ticket fürs Viertelfinale der Champions League? Real Madrid ist am Dienstag (21 Uhr, im REAL TOTAL-Liveticker, Watchalong und bei DAZN) zu Gast bei Manchester City im Etihad, einem Stadion, indem schon so mancher Wahnsinn passiert ist. Die Ausgangslage dürfte jedoch aus Sicht der Königlichen, die sich vergangene Woche im Estadio Santiago Bernabéu nach einer Galavorstellung von Federico Valverde mit 3:0 gegen die „Skyblues“ durchsetzen konnten, kaum besser sein. Noch dazu konnte die Mannschaft von Cheftrainer Álvaro Arbeloa auch die Generalprobe gegen das abstiegsbedrohte Elche souverän mit einem 4:1-Erfolg für sich entscheiden. Doch die letzten vier Duelle im Etihad haben bereits eines gezeigt – entschieden ist bei diesem Aufeinandertreffen noch lange nichts. Damit der Einzug in die Runde der letzten Acht gelingt, muss Arbeloas-Elf einen genauso konzentrierten und effektiven Auftritt an den Tag bringen, wie auch schon im Hinspiel. Einer, wenn nicht der wichtigste Akteur dieser Begegnung, war Federico Valverde, welcher zurzeit in bestechender Form ist. Der Uruguayer ist bereits seit Sommer 2018 fester Bestandteil der ersten Mannschaft und zeichnet sich wohl wie kaum ein anderer durch seine enorme Flexibilität auf dem Feld aus. Egal ob auf seiner präferierten Position im zentralen Mittelfeld, als Rechtsaußen oder zur Not auch als Rechtsverteidiger, Valverde kann all diese Positionen bekleiden und überzeugt dabei. Doch vor allem seit Jahreswechsel hat der Kapitän der Madrilenen seinen Torriecher wieder gefunden und konnte bislang mit wettbewerbsübergreifend sieben Treffern und zwölf Vorlagen in 40 Einsätzen überzeugen, und das als Mittelfeldspieler. Dabei ist es vor allem seine enorme Laufbereitschaft, überall auf dem Feld, wenn nötig auszuhelfen, welche den 27-Jährigen zu einem wahren Allrounder machen, der jetzt auch noch dazu torgefährlicher denn je ist. Alleine sein Dreierpack gegen ManCity zeigt, dass egal, ob nach einem hohen Ball (wie durch Courtois zum 1:0), mit seinem schwächeren linken Fuß (wie zum 2:0) oder auch artistisch per Heper und anschließenden Volleyschuss (wie zum 3:0), der Uruguayer aus teilweise unlösbaren Situationen zum Torerfolg kommen kann. Im Verbund mit Vinícius Junior und Co., welche bereits im Hinspiel ihren Teamgeist unter Beweis gestellt haben, könnten die Königlichen daher für das endgültige CL-Aus von Pep Guardiolas Truppe sorgen, denn Manchester City steht zurzeit etwas neben sich.
Der Gegner
- Noch vor einer Woche sah die Lage für Manchester City deutlich rosiger aus. Die Mannschaft von Cheftrainer Pep Guardiola ging mit einer Serie von acht Siegen und zwei Unentschieden in das Hinspiel nach Madrid und kassierte dort dann eine 0:3-Niederlage, welche, hätte Vinícius Júnior seinen Elfmeter verwandelt, noch höher ausfallen hätte können. Daraufhin war City am vergangenen Samstag in der Premier League bei West Ham gefordert und verspielte auch dort, trotz vorzeitiger Führung durch Bernardo Silva nach einer halben Stunde, schlussendlich mit einem 1:1-Remis zwei wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen. Gegen den abstiegsbedrohten Kontrahenten strahlte ManCity noch dazu wenig bis kaum Signale aus, für das bevorstehende Rückspiel gegen Real Madrid an ein Wunder zu glauben. Noch kurioser wurde es aber am gestrigen Montag – eigentlich stand dort bei den „Skyblues“ ab 16 Uhr das Abschlusstraining an, doch kurz davor strich Guardiola diese Einheit und gab seinen Profis stattdessen frei. Auf der Pressekonferenz dazu angesprochen erklärte der 55-Jährige: „Wir waren in Madrid, kamen spät ins Hotel zurück, das Einschlafen war schwierig. Dann sind wir morgens zurückgereist, am Tag danach gab es kein Training. Dann sind wir nach London gereist, gestern sind wir um 2.30 Uhr zurückgekehrt. Du kannst heute nichts machen. (…) Morgen werden wir dann um 14 Uhr kommen anstatt um 15 oder 16 Uhr, dann vertreten wir uns etwas die Beine. Ich habe das schon zwei, dreimal diese Saison gemacht, es ist nicht das erste Mal“. Ob die Verschiebung des Abschlusstrainings schlussendlich Auswirkungen auf die Leistung seiner Mannschaft haben wird, bleibt abzuwarten, dennoch ist die Hypothek nach dem 3:0 der Blancos vielleicht sogar zu groß. Damit das Comeback auch gelingt, müssen die „Skyblues“ vor allem auf ihren Top-Stürmer Erling Haaland bauen, welcher jedoch auch selbst in einer für ihn ungewöhnlichen Krise steckt. In den letzten 17 Partien traf der Norweger nur viermal, und auch im Hinspiel gelang ihm nicht einmal ein einziger Abschluss. Personell muss Guardiola noch dazu weiterhin auf Joško Gvardiol und Rico Lewis verzichten, während Mateo Kovačić als Rückkehrer eine neue Option werden könnte. Das Achtelfinal-Rückspiel wird also zeigen, ob Pep mit ManCity zum bereits zweiten Mal infolge an Real Madrid in der Königsklasse scheitern wird oder ob dem Spanier die Aufholjagd gelingt – verbunden mit dem möglicherweise Ende eines Zyklus in Manchester.
Voraussichtliche Startelf: Donnaruma – Nunes, Dias, Guéhi, Nouri – Rodri, B. Silva, Cherki, O’Reilly – Semenyo, Haaland.
Personelles und voraussichtliche Aufstellung
- Für das Rückspiel muss Álvaro Arbeloa mit Dani Ceballos, Éder Militão, Rodrygo Goes, Ferland Mendy und Raúl Asencio auf insgesamt fünf Akteure verzichten. Dafür kehren zum zweiten Duelle gegen die „Skyblues“ mit Jude Bellingham, David Alaba, Kylian Mbappé und Álvaro Carreras gleich vier Blancos wieder zurück in das Aufgebot. Für einen Einsatz von Anfang an dürfte es jedoch für alle vier nicht reichen, die beste Chance darauf hätte wohl Carreras, während Bellingham ohnehin eher zur moralischen Unterstützung mitgereist ist. Angesicht der fehlenden Profis hat Arbeloa auch wieder einige Nachwuchsspieler nominiert, diesmal sogar sechs Canteranos. Mit Blick auf die Startelf dürfte es aber im Vergleich zum Hinspiel, bis auf möglicherweise Carreras, keine Änderungen geben.
- Verletzt: Dani Ceballos (Muskelverletzung), Éder Militão (Muskelriss), Rodrygo Goes (Kreuzbandriss), Ferland Mendy (Muskelverletzung), Raúl Asencio (angeschlagen)
Die Stimmen zum Spiel
Álvaro Arbeloa (Cheftrainer Real Madrid): „Ich habe in den zwei Monaten, die ich hier bin, nicht das Gefühl gehabt, dass es bei mir „unantastbare Spieler“ gibt. Es gibt Spieler wie Valverde, Vini, Tchouaméni, die sich ihre Einsatzzeit auf dem Platz verdient haben. Sie sind für mich unantastbar und wenn, dann haben sie es sich selbst erarbeitet. Sie bringen eine Leistung, die keine Zweifel aufkommen lässt. Ihr seht es selbst: Jeder Spieler muss sich seine Einsatzzeit verdienen. Die Nachwuchsspieler zeigen ein hohes Niveau, nicht nur was ihre Einsatzbereitschaft oder ihre Aufopferungsbereitschaft betrifft, sie spielen wirklich gut gut, weil sie genau das können, abgesehen davon, dass sie auch die Real-DNA tragen. Es sind Jungs mit großem Potenzial. Mein Ziel ist es, dass wir mit so vielen Spielern, so vielen Spielen, hoffentlich immer die 11 besten Spieler auf dem Platz haben.“
» Jetzt mitdiskutieren in der REAL TOTAL-Community
Pep Guardiola (Cheftrainer Manchester City): „Wir können mit Sicherheit unzählige Chancen herausspielen, das wissen wir. Wenn wir unsere Chancen eiskalt verwerten und vor allem gut verteidigen, bleiben wir immer im Spiel. Bei anderen Comebacks haben wir in diesem Wettbewerb bereits Unglaubliches geleistet, sind dann aber wegen vieler kleiner Details ausgeschieden. Es muss in vielen Bereichen ein perfektes Spiel sein. Die Zuschauer, die Entscheidungen des Schiedsrichters – vieles muss stimmen. Es ist eine schöne Erfahrung, das noch einmal zu erleben.“
Statistiken und Besonderes
- GESAMTBILANZ: Bereits 16 Mal standen sich Real Madrid und Manchester City gegenüber. Dabei fällt die Gesamtbilanz eher durchwachsen aus: Nur sechsmal konnten die Blancos gewinnen, fünfmal trennte man sich unentschieden und fünf Partien gingen an City. Auch das Torverhältnis von 28:26 lässt auf keinen klaren Favoriten schließen.
- VIERTELFINALE-FIX? Real Madrid ging aus 13 der letzten 15 Champions-League-Achtelfinals als Sieger hervor und konnte auch in zehn der letzten zwölf Duelle in dieser Runde das Hinspiel für sich entscheiden. Die letzten beiden Achtelfinal-Aus gab es dabei in der Saison 2018/19 gegen Ajax Amsterdam und 2019/20 gegen ManCity.
- GELB-ALARM: Vinícius Júnior, Dean Huijsen, Aurélien Tchouaméni, Jude Bellingham und Álvaro Carreras müssen im Rückspiel aufpassen, denn sie haben bisher zwei gelbe Karten gesehen, Carreras sogar vier, und würden bei einer weiteren Verwarnung in einem möglichen Viertelfinal-Hinspiel (7./8. April) nur zuschauen. Auch der angeschlagene Raúl Asencio steht übrigens bei zwei Verwarnungen.
- SCHIEDSRICHTER: Zum zweiten Mal in dieser Saison wird Clément Turpin (43) eine Partie der Königlichen leiten, so wie schon bei der 1:2-Niederlage gegen Manchester City in der Gruppenphase. Insgesamt pfeift er schon seit 2014 in der Champions League und wird diesmal im VAR-Bereich unterstützt von Jérôme Brisard.
- WIEDERSEHEN:Am Dienstagabend gibt es zwei Spieler, die sowohl das weiße als auch das hellblaue Trikot trugen – Brahim Díaz und Mateo Kovačić. Reals Offensivmann spielte zwischen 2015 und 2019 für ManCity, bevor er in die spanische Hauptstadt wechselte, und der kroatische Mittelfeldmann trug von 2015 bis 2018 das weiße Trikot, in dem er unter Zinédine Zidane dreimal in Folge die Champions League gewann.
Der Beitrag Spitzenduell im Etihad: Stürzt Valverde City in die Krise? erschien zuerst auf REAL TOTAL.
