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Bürgermeister in AfD-Hochburg mit Erfolg: So geht es gut

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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, hört man sich im Land um, könnte man meinen, eine kollektive Depression habe viele Mitbürger befallen. Kaum patzt die Nationalmannschaft bei der Fußball-WM, wird das gerade noch zum Titelanwärter verklärte Team als Gurkentruppe geschmäht. In den Fernseh-Talkshows streiten sich Politiker darüber, ob die Lage katastrophal oder einfach nur sehr, sehr schlimm ist. Kürzlich saß ich beim Sprecher eines Ministerpräsidenten, der mir zwischen Hähnchenbrust und Karamellcreme eröffnete, Deutschland sei "ja so was von am Arsch". Die Weltuntergangsstimmung ist eine sehr deutsche Eigenschaft. Kein Wunder, dass vieles nicht so läuft, wie es soll. Wer immerzu das Haar in der Suppe sucht, dem schmeckt schnell gar nichts mehr. In einem Interview des "Stern" hat die Berliner SPD-Politikerin Franziska Giffey dem Bundeskanzler mangelnden Stolz auf die Leistungen des Landes vorgeworfen. "Die Aufgabe einer Regierung ist nicht die Schwarzmalerei", findet sie. Deutschland sei nach wie vor Weltspitze bei Start-ups, Medizin, Kultur und in der Lebensqualität. "Ich höre immer nur die Erzählung von Mühseligkeit", bemängelt Giffey. Stattdessen brauche es "seriöse Zuversicht". Zweifellos ist die Bundesrepublik mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Nachdem man jahrelang vergnügt von der Substanz gezehrt und es sich auf Kosten amerikanischer Steuerzahler gemütlich gemacht hat, ist man von Putin und Trump abrupt aufgeschreckt worden. Von der Bummelbahn bis zum Strompreisschock erinnern schmerzende Alltagsprobleme die Bürger an den Reparatur- und Reformbedarf. Aber deshalb in Sack und Asche zu gehen, darauf kommen wohl nur Deutsche. Als würde irgendetwas besser, wenn man es nur laut genug beklagt. Keine Frage: Missstände müssen benannt werden, auch Journalismus darf nicht zur Schönfärberei verkommen. Aber zur objektiven Betrachtung gehört neben dem Einerseits eben auch das Andererseits. Wer Letzteres ausspart, ist entweder halb blind oder verschweigt etwas. Das bleibt nicht folgenlos. Die Einzigen, die von der Dauerklage profitieren, sind die Mineure von ganz links und vor allem von ganz rechts, die den demokratischen Staat zum Einsturz bringen wollen. In der AfD betätigen sich eine Menge sehr entschlossener Mineure. Bisher finden die Parteien der Mitte keine schlüssige Antwort auf die rechten Staatszersetzer. In der CDU begnügt man sich damit, eine abstrakte Brandmauer zu beschwören, während man klammheimlich an manche AfD-Positionen heranrobbt. In der SPD wettert man gegen die "neuen Nazis" und vergisst den Unterschied zwischen rechtsextremen AfD-Politikern einerseits und AfD-Wählern andererseits, die natürlich nicht allesamt rechtsextrem sind. Es geht auch anders. Das ist zwar anstrengend, kann aber erfolgreich sein. In unserem heutigen Podcast haben meine Kollegin Nicole Fuchs-Wiecha und ich einen Mann eingeladen, der in einem schwierigen Umfeld konstruktive, pragmatische Politik macht: Der 26-jährige Luca Piwodda zählt zu den jüngsten Bürgermeistern Deutschlands und vertritt die brandenburgische Stadt Gartz an der Oder. Bei der letzten Bundestagswahl holte die AfD dort mehr als 50 Prozent der Zweitstimmen, ihre Anhänger sitzen im Rathaus, in Sportvereinen und in der Freiwilligen Feuerwehr. Sie auszugrenzen, wäre gar nicht möglich. Also arbeitet Piwodda mit ihnen zusammen und versucht dabei, ein geradliniger Demokrat zu bleiben. Wie er das macht, erzählt er in unserem Gespräch, das ich Ihnen nachdrücklich empfehle: Hören auf: Spotify | Apple || Transkript lesen Anschließend wünsche ich Ihnen ein fröhliches Wochenende mit genügend Abkühlung. Der nächste Tagesanbruch kommt am Montag von unserem Chefreporter Johannes Bebermeier. Herzliche Grüße Ihr Florian Harms Chefredakteur t-online














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