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Seltenes Phänomen: Feuerwolke bedroht Frankreich

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Selbst Feuerwehrleute fürchten das Phänomen: In Frankreich wütet e in von den Waldbränden erzeugter Feuersturm. Bei den verheerenden Waldbränden im Südwesten Frankreichs ist ein Phänomen aufgetreten, das selbst hart gesottene Feuerwehrleute fürchten: ein von den Bränden erzeugter Feuersturm, der eine glühend heiße Wolke mit eigenem Wetter hervorbringt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass dieses Wetterphänomen, die Pyrocumulonimbus-Wolke oder auch Feuerwolke, in Frankreich beobachtet wurde. "Das ist beispiellos", sagte Eric Brocardi, der Sprecher des französischen Feuerwehrverbandes FNSPF. "Es ist ein David-gegen-Goliath-Szenario", so Brocardi. Die Feuerwehrleute hoffen ihm zufolge auf eine "Schwachstelle", an der sie ansetzen können. 300.000 Menschen evakuiert Bis zum Wochenende waren wegen der Feuer in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. In Frankreich wüteten die Flammen vor allem im Südwesten des Landes, wo sie sich laut Innenminister Laurent Nuñez zuletzt "unkontrolliert" nahe der Stadt Bordeaux ausbreiteten. Am Sonntag rückten sie demnach bis auf 15 Kilometer an die Grenzen des Stadtgroßraums heran. 42.000 Hektar Land in der Gironde fielen nach Angaben der Präfektur bislang den Flammen zum Opfer. 250.000 Menschen waren nach offiziellen Angaben bis Sonntagnachmittag in Frankreich von einer Evakuierungsaufforderung betroffen. Allein in der Umgebung von Bordeaux wurden mindestens 240 Häuser zerstört, viele davon in der Gemeinde Le Porge. Am Wochenende beteiligten sich an den Einsätzen gegen die Flammen im Département Gironde rund 2.500 Feuerwehrleute, 1.500 Militärangehörige und etwa 1.200 Polizisten. Blitze und Orkane aus der Feuerwolke Die auch als Cumulonimbus flammagenitus bezeichnete Wolke entsteht, wenn sich bodennahe Luft so stark erhitzt, dass sie schnell zusammen mit Rauch, Wasserdampf und Asche aufsteigt, oft mehrere Kilometer hoch bis in die Stratosphäre. Dort trifft das Gemisch auf kühlere Luftmassen und erzeugt ein eigenes Wettersystem mit starken Winden, die das Feuer weiter anheizen. Heftige Gewitter entstehen, die meist zu wenig Regen, aber heftigen Blitzen führen. Diese können auch in großer Entfernung – vereinzelt über 30 Kilometer weiter – neue Brände entzünden. Oft schießen Blitze aus der Wolke zu Boden und es entsteht ein grollendes Geräusch. Zudem treten in der Gewitternähe starke Böen auf, teils mit Orkanstärke. Sie lassen schnell neue große Flächen brennen, vor allem wenn die Vegetation ausgedorrt ist. "Ein kriegsähnliches Szenario" Löschen oder unter Kontrolle bringen lässt sich der Feuersturm meistens nicht, erklärte Brocardi. Die Winde wechseln ständig die Richtung. "Die Folge ist, dass es sich in alle Richtungen ausbreitet und mehrere Feuerfronten bildet, was die Lage völlig unberechenbar macht." Brocardi zufolge gibt es dann nur zwei Auswege: Entweder es kommt Regen auf, "wobei es drei Tage lang heftig schütten müsste", oder "wir finden einen Weg, das Feuer an einen Ort zu lenken, an dem es von selbst erlischt – zum Beispiel am Meer". Bei der Feuerwolke im Südwesten Frankreichs konnten sich die Feuerwehrleute nur noch zurückziehen. "Wir müssen anerkennen, dass sich diese Naturgewalt unserer Kontrolle entzieht. Es ist ein kriegsähnliches Szenario, bei dem wir ständig unter Beschuss sind und uns alle in Sicherheit bringen müssen." Dann helfe nur "Stoizismus", erklärt Brocardi. Außerdem könne die Feuerwehr neben der direkten Brandbekämpfung viel tun – etwa strategisch wichtige Punkte verteidigen und Tiere vor den Flammen in Sicherheit bringen. Phänomen tritt weltweit häufiger auf Das Phänomen war Wissenschaftlern zwar schon länger bekannt, aber da es so selten auftrat, wurde es nicht näher erforscht. Seit einigen Jahren steigt die Zahl der auftretenden Pyrocumulonimbus-Wolken jedoch deutlich. In Bolivien , Kalifornien , Russland und vor allem in Australien wurden sie in den vergangenen Jahren häufiger gesichtet. Die Nasa schreibt zu dem Phänomen, dass sie als "feuerspeienden Drachen" bezeichnet: "Diese feuererzeugten Wolken sind mit extremem Feuerverhalten verbunden, das die Löscharbeiten behindert und Gemeinden verwüsten kann." Die Raumfahrtbehörde unterstreicht die Notwendigkeit, die Wolken besser zu verstehen, "angesichts der anhaltenden und prognostizierten Zunahme von Feueraktivität und -schwere". Insgesamt erhöht sich die Gefahr von großen, verheerenden Feuern durch die Klimakrise weltweit. Oft verursacht der Mensch die Feuer und durch die Erderwärmung und Trockenheit werden unsere Wälder und Savannen immer trockener und schneller brennbar.














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