Mercedes VLE: Stuttgarter Autobauer beerdigt 30 Jahre Van-Tradition
Mercedes ordnet seine Vans komplett neu und verabschiedet sich vom Handwerker-Image. Auch Audi und Hyundai bringen wichtige Updates für ihre Bestseller auf den Markt. Die anstehenden Neuheiten im Überblick. Mehr Luxus im Cockpit, neue Technik unter dem Blech – und eine höhere Rechnung beim Händler: Mit den neuen Modellen drängen die Autohersteller ihre Baureihen in Richtung Premiumklasse. Für Käufer bedeutet das vor allem den Abschied von bezahlbaren Basisversionen. Mercedes VLE: Der Van wird zum Luxus-Pkw Der Stuttgarter Autobauer erneuert seine Großraumlimousinen grundlegend. Das Modell VLE löst sich von der Nutzfahrzeugbasis, auf der die V-Klasse seit 1996 aufbaute. Der Wagen ist für Elektro- und Verbrennungsmotoren ausgelegt. Mit dem Start des neuen Modells stellt Mercedes die Produktion des bisherigen EQV ein. Zur Markteinführung ist der VLE 300 mit Frontantrieb und 200 kW (272 PS) für rund 88.000 Euro erhältlich. Seine 115-kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweite von über 700 Kilometern. Per 800-Volt-Technik kann er in 15 Minuten Strom für etwa 320 Kilometer nachladen. Etwas später folgt der Allradler VLE 400 mit 305 kW (415 PS), der deutlich über 90.000 Euro kosten wird. Günstigere Basismodelle ab 67.800 Euro sind für Ende des Jahres angekündigt. Das Betriebssystem MB.OS steuert das Cockpit. Auf Wunsch erstreckt sich eine dreigeteilte Displaywand über das gesamte Armaturenbrett. Im Fond klappt optional ein 80 Zentimeter großer, teilbarer Bildschirm aus der Decke aus. Die Sitze sind leichter, was den Ausbau erleichtert, und lassen sich per App in Liegeposition bringen. Audi Q4 e-tron: Aufwertung für den Bestseller Audi überarbeitet sein meistverkauftes Elektroauto . Mit dem Facelift rücken der 4,59 Meter lange Q4 e-tron und die Coupé-Variante Sportback optisch näher an die größeren Modelle Q6 und A6 heran. Der Kühlergrill ist nun in Wagenfarbe gehalten. Die neuen OLED-Rückleuchten bieten vier Lichtdesigns und leuchten auf, wenn Fahrzeuge zu dicht auffahren. In der Mittelkonsole wurde der anfällige Klavierlack durch eine matte Oberfläche ersetzt. Die neue Display-Landschaft ("Digital Stage") bietet auf Wunsch einen zusätzlichen 12-Zoll-Bildschirm für den Beifahrer. Der Sprachassistent nutzt ChatGPT. Mit neuem Heckmotor und 77-kWh-Akku schafft der Sportback dank verbesserter Aerodynamik bis zu 592 Kilometer Reichweite. Das Basismodell mit 59-kWh-Akku kommt 451 Kilometer weit. Die Allradmodelle dürfen nun 1,8 Tonnen ziehen. Das sind 400 Kilogramm mehr als bisher. Das SUV ist ab 47.500 Euro erhältlich, der Sportback ab 49.450 Euro. Hyundai Tucson: Künftig ohne reinen Verbrenner Hyundai bereitet die Ablösung seines deutschen Zulassungs-Spitzenreiters vor. Der schnelle Wechsel folgt auf das Facelift von 2024, da Hyundai traditionell sehr kurze Modellzyklen nutzt. Die Optik wird deutlich geradliniger und orientiert sich an den elektrischen Ioniq-Modellen. Die Dachlinie fällt flach nach hinten ab und die Türgriffe fahren bündig in die Karosserie ein. Offenbar werden reine Benziner und Diesel ohne Elektrounterstützung komplett vom Markt verschwinden. Der Tucson würde somit zum reinen Voll- und Plug-in-Hybrid werden. Da die bisherigen Einstiegsmodelle (aktuell ab 36.490 Euro) wegfallen, wird der Basispreis deutlich steigen. Ein reines E-Auto wird er jedoch nicht. Denn dafür hat Hyundai die Ioniq-Reihe.