Fund in Dänemark: Forscher rätseln: Warum starb dieser Riesenhai?
Ein knapp fünf Meter langer Riesenhai wird an Dänemarks Küste angespült. Forscher untersuchen das tote Tier, aber finden keine Todesursache. Die Forscher freuen sich trotzdem.
Sie gehören zu den größten Fischen der Erde: die Riesenhaie. Trotz ihres bedrohlich klingenden Namens sind sie für den Menschen ungefährlich: Sie greifen weder Taucher noch Boote an, sondern ernähren sich von Plankton.
Ein fast fünf Meter langer und rund 400 Kilogramm schwerer Riesenhai wurde am Samstag tot an die Küste Nordjütlands, im Norden Dänemarks, gespült. Das Tier war nach Angaben des Museums Nordsøen Oceanarium bereits am vergangenen Donnerstag im Meer gesichtet worden. Der Kadaver wurde für weitere Untersuchungen geborgen.
Riesenhai in Dänemark wertvoll für Forschung
„Wenn ein Riesenhai verendet, ist es wichtig, dass wir die Chance nutzen, ihn zu untersuchen und Proben für die Forschung aufzubewahren“, erklärte Chefbiologin Kristina Ydesen. „So kann der Fund zu neuen Erkenntnissen über den Riesenhai und sein Leben in den dänischen Gewässern beitragen.“
Am Mittwoch wurde der Riesenhai eingehend untersucht. Forscher und Biologen wollten herausfinden, was der Hai gefressen hatte, wie alt und in welcher Verfassung er war und woran er gestorben war. Mehrere Proben wurden für Analysen genommen.
Die große Frage, woran das Tier gestorben ist, bleibt aber noch ein Rätsel. „Wir haben keine offensichtliche Todesursache gefunden“, sagte Ydsen. Nach Angaben des Museums handelte es sich um ein gesund wirkendes Weibchen von 4,7 Metern Länge, vermutlich zehn bis 15 Jahre alt. Riesenhaie können bis zu 50 Jahre alt werden. Das Tier war weder ausgehungert noch hatte es längere Zeit keine Nahrung aufgenommen.
In den Därmen und an der Außenhaut seien einige Parasiten gefunden worden. Haie gelten aber als robuste Tiere, die einzelne Parasiten problemlos verkraften. Die Parasiten sollen nun genauer untersucht werden.
Trotz der ungeklärten Todesursache zeigte sich Ydsen zufrieden: „Wir haben eine Menge wertvollen Materials gewonnen, das nun genauer untersucht werden kann. Es kommt vielleicht nur einmal in meiner Karriere als Biologin vor, dass ich die Gelegenheit habe, einen Riesenhai zu sezieren, daher war es ein ganz besonderes Erlebnis.“
Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) ist die zweitgrößte noch lebende Haiart der Welt. Er kann bis zu zehn Meter lang werden und filtert Plankton sowie kleine Organismen aus dem Meerwasser. Gelegentlich taucht er auch in dänischen Gewässern auf. Weltweit ist er unter anderem im West- und Ostatlantik, im Mittelmeer sowie im Westpazifik vor Japan und Neuseeland verbreitet.
Quellen: Nordsøen Oceanarium, TV2 Nord, shark-refences.com
